Resonanzen entfernter Schwingungen

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Resonanzen entfernter Schwingungen

Nachbeobachtete Schreibstimme 1979/1986/2009/2012

Etwas, das sich zuallererst bemerkbar machte.

Etwas, das Ausdehnung besitzt, ohne Materie zu sein.

Etwas, das seinen Raum ortet durch Ausdehnungsklang:

Abgelöst, abgestoßen, hinausgeschickt.

Hervorgebracht von etwas, das es selbst nicht ist.

Es nimmt seinen Ausgang und seinen Lauf: einen festen, beweglichen Körper öffnend – und während es sich schon davonmacht, verharrt es für Bruchmomente dort, von woher es vor Jahrmillionen gekommen ist. Da sucht und findet es Ankunft immer noch durch Öffnungen von festen beweglichen Körpern.

„Tieflichtig und hochdämmernd“, hellblind und dunkelsichtig, vage falsch getönt Erzähltes, das ist als Stimme belegt, gebrochen, ungreifbar monologisch geblieben. Als Dialog erscheint es in Gestalt seines Geschlechts und transportiert sich doch allein bis an die Grenze seiner Wortkonturbilder. Du meine ins widerstandslose greifende Spontaneität, Berechnung von Brechbarkeit aller Splitterssprachen, Einschmelzbarkeit aller Wachssprachen.

Kaum eine Empfindung, die nicht mitschwingt. Blitzmomenthaft eindringlich – aus Kompaktem dringt es hinaus in wieder Kompaktes hinein, um dort flüchtig schon seine Ankunft zu sprengen. Unsichtbarer, modellierbarer, verstellbarer Stoff. Form, Weise, genauestens Wahrgenommenes, Mensch du, einfach unverwechselbar! Tarne es wieder bis zur Unkenntlichkeit falsch; es ist  genauestens wahrgenommen dennoch untrennbar von seinen Verursachen. Du schreibst: „Loslösung in weit ausschreitender Wanderung und Einzug in feste bewegliche Körper, von Mythologien zu Krankfreiheiten erzählend wandernd.“

Alle erdenkliche Nachahmbarkeit steigt auf aus dieser Erinnerung, diese eine Erinnerung selbst aber verbietet  Nachahmung. Echolotta poetica,  und das Empfinden, wenn es weit hinauswill, dann auch weit tief hinein.

Manche Schatten der Imagination sind oft ironisch platziert, sind reine Tatauslöser, erinnern weich an das immer Andere, das es noch jenseits der Hörschatten gibt.

Gibt es eine Immaterialität der Wiederholung, deponierbar, konservierbar in Stoffen, die konkret durchschaubar sind?  Ein personeller Memoryort aufgedrängten Sprachbrechens bleibt entfernt geträumt. Nur seine Tonspur/ Lautspur ist reproduzierbar, gelber Starengesang im Dritten Auge.

Du meine ins Widerstandslose greifende Spontaneität! Du liebst die Berechnung der Brechbarkeit aller Splitterssprachen, Einschmelzbarkeit aller Wachssprachen! Kontrollierbar daran bleibt deine Konzentration.

Überall einsetzbar warteten damals Einflussgabe, Einflussnahme. Einflussnamen! In Verluste veratmeter Austausch, Zauber kraft dialogischer Handlangerhandlungen. Alles darf basieren, agieren, pausieren darauf.

Wenn das Lesen hört, wenn das Lesen lauscht auf den Rhythmus der Stimme, der sich kraft unserer Augen verändern lässt, wenn die Ankunft der eigenen mit der fremden Stimme endlich zusammenscheint: So ist Dusagen-Übersetzung der riskante Weg. Die alte Sehnsucht bleibt dein Weg über scriptural gestaltete Flächen; er lässt sich anverwandeln über den Kopf zur Hand: glatte Weißflächen komplett beschriftet mit Wortstrukturen. Ihr Muster spricht zu dir allein über das Auge. Sag Worte, und was dazwischen geschieht, ist  ein Resonanzhauch von Ufer zu Ufer zwischen den leer geschöpften Abgründen – und zuallererst  dann doch immer Jasagen.

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